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 Moorlandschaft süflich von Bad Dürrheim

Das GestalterMoor

Moore sind natürliche Wasser- und CO2-Speicher. Wie andere Böden, Ozeane und Wälder sind sie Teil des Kohlenstoffkreislaufs der Erde und tragen zur Stabilisierung des regionalen Wasserhaushalts bei. Im Kontext des menschengemachten Klimawandels nehmen sie zunehmend eine wichtige Rolle ein.

Gemeinsam mit Expertinnen und Experten der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) hat die Volksbank eG das Klima- und Naturschutzprojekt "GestalterMoor" ins Leben gerufen. Zentrales Ziel ist es, die vorgeschädigten Moore in der Region zu renaturieren, damit sie ihrer natürlichen Funktion als Kohlenstoffspeicher und als artenreicher Lebensraum für eine Vielzahl gefährdeter Tier- und Pflanzenarten wieder nachkommen können.

Jan Hansen, Nachhaltigkeitsmanager der Volksbank eG – Die Gestalterbank, besucht das GestalterMoor bei Bad Dürrheim.

Moorschutz

Unter dem Motto "Jede Tat zählt" fanden die Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg statt. Klimabewusstes und nachhaltiges Handeln sichtbar und erlebbar machen ist das zentrale Anliegen der landesweiten Aktionstage. Die Volksbank eG – Die Gestalterbank war aktiv mit ihrem Projekt "GestalterMoor" mit dabei und bekam sogar Besuch von Umweltministerin Thekla Walker MdL.

Seit 2018 begleitet und finanziert die Gestalterbank das Moor-Renaturierungsprojekt bei Bad Dürrheim im Schwarzwald-Baar-Kreis. Die Fläche umfasst insgesamt 19,32 Hektar und ist Eigentum der Forstbehörde Baden-Württemberg.

Sie wurde in der Vergangenheit für land- und forstwirtschaftliche Zwecke trockengelegt. Seit 2020 findet unter wissenschaftlicher Begleitung der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen über einen mehrstufigen Prozess die Wiedervernässung statt. Das Wasser auf der Fläche zu halten, gelingt mit Barrieren aus Holz und Torf, wo früher Entwässerungsgräben verliefen. Messtechnik, Wildtierkameras und physische Bestandsaufnamen der Vegetation auf dem Gelände dokumentieren die Veränderungen von Biotoptyp, Wasserstand und Artenvielfalt. Der Ausstoß klimaschädlicher Gase ist seit 2021 von 19,4 auf 13,5 Tonnen CO2-Äquivalent pro Jahr und Hektar zurückgegangen. Basis dafür bilden die Biotoptypenkartierung sowie die THG-Bilanzierungsmethodik des Thünen-Instituts.

Tierwelt und Vegetation haben sich ebenfalls verändert: So hat sich der Biber wieder angesiedelt und gestaltet die Landschaft mit. Seltene Greifvögel wie die Rohrweihe brüten seit 2025 im Gestaltermoor. Die einst von Fichten dominierte Fläche weist mittlerweile wieder 70 moortypische Pflanzenarten wie Moorbirken, Schilf und Seggen auf.

Quelle: Institut für Landschaft und Umwelt an der HfWU (2026), Seiten 11-33


Mann beim Pfahl einschlagen im Moor

Klimaschutz durch Moorschutz - Und warum?

In Deutschland sind über 90 Prozent der Moore gestört. In Süddeutschland sind es sogar 95 Prozent. Warum das fatal ist? Viele wissen es nicht, aber Moore sind bedeutsame Kohlenstoffspeicher. Obwohl sie nur drei Prozent der Landoberfläche einnehmen, speichern sie weltweit bis zu einem Drittel des im Boden gebundenen CO2 in ihren Torfen. Damit speichern natürliche Moore und Moorböden rund doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder dieser Erde zusammen. Durch die Entwässerung, also in einem trocken gelegten Moor, kehrt sich dieser Effekt um und klimaschädliche Treibhausgase werden freigesetzt.

Weltweit gehen etwa 4 Prozent der durch Menschen verursachten Treibhausgasemissionen auf das Konto entwässerter Moore. Diese Emissionen können durch Wiedervernässung reduziert werden. *

Interview mit Prof. Dr. Markus Röhl

* Quelle: Mooratlas 2023, Seiten 6, 10, 12 und 18
Dieses Werk mit Ausnahme des Titelbilds steht unter der Creative-Commons-Lizenz "Namensnennung – 4.0 international" (CC BY 4.0). Der Text der Lizenz ist unter https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/legalcode abrufbar. Eine Zusammenfassung (kein Ersatz) ist unter https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de nachzulesen. Sie können die einzelnen Infografiken dieses Atlas für eigene Zwecke nutzen, wenn der Urhebernachweis Mooratlas, Eimermacher/stockmarpluswalter, CC BY 4.0 in der Nähe der Grafik steht (bei Bearbeitungen: Mooratlas, Eimermacher/stockmarpluswalter (M), CC BY 4.0.)


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Hochschule für Wirtschaft und Umwelt

Gemeinsam mit Expertinnen und Experten der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) haben wir das Klima- und Naturschutzprojekt "GestalterMoor" ins Leben gerufen. Die Hochschule erfüllt neben den Projektaufgaben im Rahmen des gesamten Planungs- und Genehmigungsprozesses auch die laufende Umsetzung und Optimierung baulicher Maßnahmen inklusive Reparaturen sowie die wissenschaftliche Begleitforschung.

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Das Moor ist im öffentlichen Besitz der Forstbehörde Baden-Württembergs. ForstBW ist der größte Forstbetrieb des Landes und verantwortet somit auch das Flächenmanagement des „GestalterMoores“.  ForstBW ist damit auch der Ansprechpartner für viele organisatorischen Belange.

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Der Trägervereins setzt sich ein für die Umweltbildung für jedermann. Seit vielen Jahren bereits führt die Volksbank eG – Die Gestalterbank und das Umweltzentrum eine vertrauensvolle Partnerschaft. Über das Umweltzentrum werden u. a. Moor- und Vogelführungen in benachbarten Naturschutzgebieten wie dem "Schwenninger Moos" angeboten.

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